Nehmen Sie ein beliebiges Kabel von Ihrer Lampe, Ihrem Toaster oder Ihrem Computer. Schauen Sie sich die flachen Zinken genau an. Nahe der Spitze jedes einzelnen befindet sich ein kleines Loch.
Es ist eine Design-Eigenart, die Hausbesitzer seit Jahrzehnten verwirrt. Ist es für die Verkabelung? Ein Fabrikfehler?
Nein. Die Löcher dienen einem mechanischen Zweck, der dafür sorgt, dass Ihr Strom sicher fließt.
Um die Löcher zu verstehen, muss man den Stecker selbst verstehen. In Nordamerika haben Sie es wahrscheinlich mit Steckverbindern vom Typ A oder Typ B zu tun. Diese sind technisch als NEMA 1-15- und NEMA 5-15-Standards bekannt.
Typ A ist die ungeerdete Version. Nur zwei flache, parallele Klingen. Dieses 1904 von Harvey Hubbell II. erfundene Design dominiert seit einem Jahrhundert. Typ B fügt einen dritten, runden oder U-förmigen Stift hinzu. Dieser Pin erdet das Gerät, bevor es an die Stromversorgung angeschlossen wird.
Beide Versionen weisen diese geheimnisvollen Löcher in den flachen Zinken auf.
Warum sind sie da?
Der Griffmechanismus
Nehmen Sie eine alte Steckdose auseinander. Schauen Sie in die Schlitze. Sie werden kleine Metallbeulen oder -arretierungen sehen.
Diese Höcker gleiten in die Löcher an den Zinken Ihres Steckers.
Das dient nicht nur der Show. Es entsteht ein Reibschluss. Die Steckdose hält den Stecker fester. Andernfalls könnte das Gewicht eines schweren Kabels den Stecker langsam lösen. Die Schwerkraft ist bei elektrischen Verbindungen ein ständiger Feind.
Ein besserer Kontakt ist der zweite Vorteil. Eine gute Passform gewährleistet einen Stromfluss ohne Lichtbögen oder Widerstand. Lose Stecker werden heiß. Hot Plugs stellen eine Brandgefahr dar.
Ältere Verkaufsstellen verwendeten für diesen Rastmechanismus unverlierbare Kugellager und Schraubenfedern. Moderne Steckdosen verwenden eine einfache Erhebung und federnde Kupferkontakte. Das Prinzip bleibt dasselbe: Den Stecker einrasten lassen.
Werkssiegel und Sicherheitsetiketten
Manchmal sieht man einen Plastikbinder, der durch eines dieser Löcher gefädelt wird.
Dies ist ein Sicherheitsschloss des Herstellers.
Bei Bauprojekten und Industrieanlagen kommen „werkseitig versiegelte“ oder „gesperrte“ Geräte zum Einsatz. Das Kunststoffband ist an einem Warnschild befestigt.
Auf dem Etikett könnte stehen: „Den Stecker nicht einstecken, bis die Wartung abgeschlossen ist.“ oder „Erdungskabel muss angeschlossen sein.“
Das Loch ermöglicht es dem Hersteller, den Einbau physisch zu verhindern. Sie können das Gerät nicht anschließen, ohne den Kabelbinder zu durchtrennen. Es stellt sicher, dass der Benutzer die Anweisungen sieht. Es handelt sich um ein einfaches Low-Tech-Sicherheitsprotokoll.
Materialeinsparungen
Es gibt einen dritten, weniger glamourösen Grund.
Metall kostet Geld.
Durch das Ausstanzen eines kleinen Metallkreises aus dem Ende des Zinkens sparen Hersteller Rohstoffe. Die Ersparnis pro Einheit ist gering, aber wenn Sie Millionen von Steckern produzieren, summieren sich ein paar Cent.
Im Vergleich zur Sicherheit ist das ein untergeordneter Faktor, aber er existiert.
Häufige Fragen zu Steckern
Wie nennt man einen dreipoligen Stecker?
Es handelt sich um eine geerdete Steckdose. Stecker vom Typ B werden an ein Erdungskabel angeschlossen. Dieser Weg leitet bei einem Kurzschluss überschüssigen Strom von Ihrem Gerät und Ihrem Körper ab. Es schützt beides.
Wie nennt man einen zweipoligen Stecker?
Ursprünglich NEMA 1-15. Heute allgemein als Typ A bezeichnet. Diese sind nicht geerdet. Sie sind in Nord- und Mittelamerika immer noch weit verbreitet, insbesondere bei Geräten mit geringem Stromverbrauch wie Telefonladegeräten oder Lampenkabeln.
Welche Seite ist positiv?
Es gibt nichts Positives.
Wir verwenden Wechselstrom (AC). Der Strom ändert ständig seine Richtung. Anstelle von positiv und negativ gibt es „heiß“ und „neutral“.
Der breitere Stift wird an den Neutralleiter angeschlossen. Der kleinere, dünnere Stift wird an die heiße Seite des Stromkreises angeschlossen. Wenn Sie sie umkehren, funktioniert das Gerät möglicherweise immer noch. Der Schalter an Ihrer Lampe oder Ihrem Radio steuert dann jedoch die Neutralleitung anstelle der Hotline. Es besteht Stromschlaggefahr.
Was passiert, wenn der dritte Zinken abbricht?
Wenn Sie einen Stecker vom Typ B haben und der Erdungsstift abbricht, verlieren Sie Ihr Sicherheitsnetz.
Strom wird weiterhin fließen. Das Gerät schaltet sich ein. Liegt jedoch ein interner Fehler vor, kann das Metallgehäuse unter Spannung stehen. Es gibt keinen Erdungspfad zum Auslösen des Leistungsschalters.
Du wirst zum Weg zum Boden. Dies kann Geräte zerstören. Es kann den Benutzer auch schockieren oder töten. Feilen Sie niemals einen dreipoligen Stecker so ab, dass er in eine zweipolige Steckdose passt. Verwenden Sie einen geeigneten Adapter. Oder noch besser: Rüsten Sie die Steckdose auf.
Elektroarbeiten im Heimwerkerbereich bergen Risiken. Schalten Sie immer den Leistungsschalter aus, bevor Sie Drähte berühren. Stellen Sie mit einem Tester sicher, dass die Stromversorgung ausgeschaltet ist. Und ignorieren Sie niemals den Erdungsstift.

























